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Neue Wege für unsere Region

Auftaktversammlung des Projektes „Kernwegenetz“ der Integrierten Ländlichen Entwicklung

Zachenberg. Land- und forstwirtschaftliche Wege sollen bis 2015 ausgebaut und erneuert werden. Dazu fand am Dienstag im Landgasthof Hacker in Gotteszell-Bahnhof die Auftaktversammlung des Projektes „Land- und forstwirtschaftliches Kernwegenetz“ der ILE Donau Wald statt, zu der 50 Frauen und Männer, darunter die Bürgermeister der ILE-Gemeinden, gekommen waren.
Zachenbergs Bürgermeister Michael Dachs, Beauftragter des Kernwegenetzes, und Kollnburgs Bürgermeisterin und ILE-Vorsitzende Josefa Schmid begrüßten die Runde, bevor Johann Preiß, Baudirektor am Amt für Ländliche Entwicklung in Landau die Hintergründe des Projekts erläuterte.
Bei Kernwegenetzen handelt es sich größtenteils um Feld- und Flurwege. Auch Radwege können betroffen sein sowie Gemeindeverbindungsstraßen oder Brücken. Denn Kernwege verbinden manchmal auch Hauptachsen. Wegen der rasanten Weiterentwicklung in der Landtechnik ist ein Ausbau unumgänglich. Die Geräte in der Landwirtschaft werden immer größer und schwerer, was dazu führt, dass die bestehenden Wege nicht mehr breit genug sind. Aber auch andere Nutzergruppen, die die Wege für ihre Freizeitaktivitäten oder als Touristen nutzen, stellen vermehrt höhere Ansprüche und befürworten gut ausgebaute Wege. „Ziel ist es, ein übergeordnetes Netz von Hauptwirtschaftswegen in Bayern aufzubauen. Bestehende Wege sollen dabei soweit wie möglich genutzt werden“, erklärte Preiß. Mit den Förderbeträgen könnten aber nicht alle Wege angepasst werden, deshalb sei es wichtig, Prioritäten zu setzen. Es werden zwar bis zu 75 Prozent pro Einzelmaßnahme gefördert, für alle Gemeinden der ILE Donau-Wald stünden aber nur 300 000 Euro insgesamt an Fördermitteln zur Verfügung.
Bastian Kulzer, Bauingenieur des Planungsbüros MKS aus Ascha, stellte den Ablauf und die Vorgehensweise des Kernwegenetz-Projekts vor. Ziel sei, eine Grundlage für eine leistungsfähige und intakte Infrastruktur zu schaffen. Eine einfache und schnelle Abwicklung der Baumaßnahmen werde angestrebt und im Dialog mit allen Beteiligten erfolge eine Konzepterstellung. Einige Änderungen müssten bedacht werden, darunter auch die Fahrbahnbreite. Sie beträgt bei Neubauten mindestens 3,5 Meter. Ab 4,5 Meter Breite bei Feldwegen sei eine Abstimmung mit der Regierung notwendig. Geplant ist, das Gesamtkonzept im August 2015 fertigzustellen und zu präsentieren.
In der anschließenden Diskussionsrunde bat Hartwig Löffelmann vom Naturpark Bayerischer Wald darum, naturnahe Wanderwege und Radtouren nicht zu beeinträchtigen. Außerdem sollte der Ausbau nicht zu Lasten landwirtschaftlicher Flächen erfolgen, darauf machte Franz Kerscher vom Bayerischen Bauernverband aufmerksam. Kerstin Schecher vom Landratsamt Regen hatte Bedenken, dass die Wege von Autofahrern als Abkürzung genutzt werden. Im Großen und Ganzen wurden das Projekt und die Vorgehensweise aber befürwortet. - hil


INFO
Das neue Kernwegenetz soll gemeindeübergreifend, weitmaschiger und mit höherer Ausbauqualität konzipiert sein, um so den Anforderungen moderner Landwirtschaft Rechnung zu tragen.
Die zukunftsfähig ausgebauten Hauptwirtschaftswege werden deshalb in dem Programm eine Breite von 3,5 Meter aufweisen und für eine Tragfähigkeit von 40 Tonnen beziehungsweise eine Achslast von 11,5 Tonnen ausgelegt sein. Hinzu kommen auf beiden Seiten ein mindestens 0,75 Meter breiter befahrbarer Seitenstreifen sowie entsprechende naturnahe Entwässerungseinrichtungen. Hierfür gibt es eine bis zu 85 Prozent hohe staatliche Förderung.
Das Projekts wird federführend von Zachenbergs Bürgermeister Michael Dachs betreut, der für das ILE-Handlungsfeld 3 „Land- und Forstwirtschaft“ verantwortlich zeichnet. Er wird dabei von seinen Bürgermeisterkollegen Gabi Wittenzellner aus Achslach und Georg Fleischmann aus Gotteszell unterstützt.
Für das neue Wegenetz wurde das ILE-Gebiet aufgrund topografischer, räumlicher und verkehrlicher Beziehungen in vier Teilräume Nord (Prackenbach, Viechtach, Kollnburg), Süd (Bernried, Metten, Offenberg), Ost (Böbrach, Geiersthal) und Mitte (Achslach, Patersdorf, Ruhmannsfelden, Gotteszell, Grafling, Zachenberg) aufgeteilt, wozu künftig eigene Arbeitsgruppen eingesetzt werden.